Wir fordern: Die Beflaggung zum CSD darf künftig nicht mehr von kurzfristigen Einzelentscheidungen im Rathhaus abhängen. Oberbürgermeister und Stadtrat müssen dafür eine transparente und verbindliche Regelung schaffen.
Mit rund 1.500 Teilnehmenden fand am Samstag der Christopher Street Day in Aschaffenburg statt. Selten zuvor hat eine bunte Flagge unsere Stadtgesellschaft so intensiv beschäftigt. Das zeigt vor allem eines: Sichtbarkeit ist nicht nebensächlich.
Nach deutlicher öffentlicher Kritik hat Oberbürgermeister Markus Schlemmer seine ursprüngliche Entscheidung, zum CSD keine Regenbogenflaggen an städtischen Standorten zu hissen, teilweise korrigiert. Am Scharfeck und am Landingtunnel wehten schließlich Regenbogenflaggen, nicht aber am Rathaus. Dieser Kompromiss war ein Schritt in die richtige Richtung. Er zeigt, dass öffentlicher Widerspruch, politische Initiative und gesellschaftliches Engagement etwas bewirken können.
Dennoch bleibt ein sehr bitterer Beigeschmack. Wir meinen: Die Regenbogenflagge gehört gerade dorthin, wo sich die Stadt selbst repräsentiert: ans Rathaus. Sie ist weder ein parteipolitisches Symbol noch eine „Sonderbehandlung“, sondern ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde, Gleichberechtigung und den Schutz vor Diskriminierung. Das gilt umso mehr angesichts einer in weiten Teilen rechtsextremen und demokratiefeindlichen AfD, die im Bayerischen Landtag ein Verbot von Regenbogenflaggen an allen öffentlichen Gebäuden durchsetzen wollte und auch im Aschaffenburger Stadtrat gegen deren Hissen vorging. Wer sagt, Ausgrenzung habe in Aschaffenburg keinen Platz, sollte diese Haltung auch am Rathaus sichtbar machen. Am Samstag war Aschaffenburg bunt und zeigte Vielfalt statt Einfalt. Das ist ein Erfolg der queeren Community und all jener, die widersprochen und nicht geschwiegen haben. Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns an info@kommunale-initiative.de.
Ihr Stadtrat Jürgen Zahn*) unbequem aus Verantwortung

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