Das kürzlich erschienene Main-Echo-Interview mit Klinikum-Geschäftsführer Sebastian Lehotzki lenkt den Blick stark nach Berlin. Ja: Die strukturelle Unterfinanzierung der Krankenhäuser ist real und gefährdet die Versorgung. Aber sie erklärt nicht alles. Gerade in Aschaffenburg darf die Debatte nicht bei der Bundes- oder Landespolitik enden.
Denn die Defizite des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau sind kein neues Phänomen. Sie steigen seit Jahren und belasten Stadt und Landkreis massiv (seit 2016 ca. 170 Millionen Euro). Die KI mahnt: Wer jetzt nur auf Berlin zeigt, blendet die hausgemachten Probleme aus. Und sie fragt dazu: Warum gelingt es vergleichbaren Kliniken offenbar besser, wirtschaftlich zu arbeiten? Warum sind die Ausgaben für Fremdpersonal so hoch? Warum mussten zusätzliche Anreize wie Privat-Fahrzeugleasing zur Mitarbeitergewinnung eingesetzt werden? Warum werden Gutachten und belastbare Ursachenanalysen nicht vollständig und schriftlich gegenüber Stadt- und Kreisräten offengelegt?
Die KI sagt klar: Ein kommunales Klinikum muss erhalten bleiben. Aber genau deshalb braucht es endlich schonungslose Transparenz. Wer Verantwortung trägt, darf sich nicht hinter allgemeinen Systemproblemen verstecken. Neben Berlin müssen auch Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Zweckverband sowie Stadt- und Kreispolitik beantworten, welche internen Fehlentwicklungen zum Defizit beigetragen haben und welche Maßnahmen tatsächlich wirken.
Auf www.ki-ab.de finden Sie eine kritische Stellungnahme zum Main-Echo-Interview. Sie stellt hierzu wichtige Fragen, insbesondere mit Blick auf das Klinikum Schweinfurt. Diese Fragen gehören öffentlich beantwortet. Denn es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern um die Zukunft unseres Klinikums – und um Millionenbeträge, die den kommunalen Haushalten jedes Jahr fehlen. Wie ist Ihre Meinung dazu? Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns unter der info@kommunale-initiative.de
Ihr Stadtrat Jürgen Zahn*) unbequem aus Verantwortung
