ÖPNV: Tariferhöhung – die falsche Entscheidung!

ÖPNV: Tariferhöhung – die falsche Entscheidung!

Wie jedes Jahr sollen auch zum 01.01.2023 die VAB Bustarife – wie man so nett und neoliberal sagt – „angepasst“ werden. Natürlich nicht nach unten – was gut für die Akzeptanz und damit für das Klima wäre – sondern um 3,8 % nach oben, also auf gut Deutsch: verteuert. Die KI wird dies im Stadtrat ablehnen.

Die KI plädiert für das 1-Euro-Ticket und perspektivisch für den Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr.

Ein Tagesticket z. B. für Schweinheim kostet schon jetzt 3,80 €, dann 3,95 € oder gar 4 €. Für zwei Erwachsene wären das dann 8 €. Da werden viele doch lieber mit dem Auto fahren, das Parkhaus zahlen und immer noch Geld sparen. Eine solche Tarifpolitik hat die völlig falsch Steuerungswirkung. Wenn wir den Klimazielen näherkommen wollen, muss der ÖPNV attraktiver, d. h. dichter und günstiger werden. Unser ehemaliger Stadtratskollege Stefan Link hat in einem Leserbrief ans Main Echo dazu Folgendes sehr treffend formuliert:

Der Stadtrat muss meiner Meinung nach dem Problem der galoppierenden Tariferhöhungen und das Problem der Attraktivität des Nahverkehrs in den Griff kriegen, egal, aus welcher Sicht dieses Problem in den Fokus genommen wird. Angesichts der inzwischen unbezahlbaren Bustarife hat ein Stadtrat völlig zurecht formuliert, dass jetzt aber auch die Parkhaustarife angeschaut werden müssten. Nur das Anschauen machen wir schon seit Jahren, und das Gucken alleine hilft halt nix. Mein Vorschlag: Jedes Mal, wenn die ÖPNV-Tarife erhöht werden, werden auch alle Parkhaustarife, Gebühren im Zusammenhang mit dem Auto und auch die Löhne der Busfahrer gleichermaßen erhöht.“

Die Schlussfolgerungen von Stefan Link: „Wie hoch wären die Parkhausgebühren, wenn die jedes Jahr um drei Prozent erhöht worden wären? Damit die Löhne der Busfahrer und damit die Attraktivität dieses Berufsstandes erhöht werden, könnten die Gebühren im Zusammenhang mit dem Auto gern auch verdoppelt werden – und damit wären die Kosten für höhere Löhne der Busfahrer sicher gedeckt.“

Und „ganz nebenbei“ wäre der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV ein ganzes Stück vorangekommen.