Aschaffenburgs Innenstadt bröckelt

Aschaffenburgs Innenstadt bröckelt

Wer mit offenen Augen durch Aschaffenburgs Zentrum geht, sieht es überall: geschlossene Läden, verhüllte Schaufenster, Aushänge mit „Zu vermieten“ oder „Coming Soon“, die oft monatelang nichts folgen lassen. Traditionsgeschäfte verschwinden, die Attraktivität der Innerstadt leidet. Die Innenstadt wirkt zunehmend leb und verwahrlost, während die Pachten vielerorts weiter hoch sind und Besitzer und Investoren auf Rendite statt Gemeinwohl setzen. Sie lassen ihre Läden lieber leer stehen, was auch noch steuerliche Vorteile hat. Insgesamt 29 Leerstände sind festzustellen und weitere Geschäfte schließen. Leerstand ist kein Naturgesetz. Er ist das Ergebnis politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen oder deren Ausbleiben. Während Onlinehandel, steigende Kosten und Kaufzurückhaltung den Einzelhandel unter Druck setzen, reagiert die Stadtplanung verhalten. Es fehlt an Konzepten für kreative Zwischennutzung, an Unterstützung für soziale und kulturelle Projekte, an Mut zur aktiven Gestaltung.

Die Stadt darf ihre Innenstadt nicht länger dem Markt überlassen. Statt auf die nächsten Ketten, Barbershops oder Nagelstudios zu hoffen, braucht Aschaffenburg eine Innenstadt für alle. Mit niedrigschwelligen Angeboten für Kultur, Nachbarschaft, Handwerk, Bildung und Begegnung und attraktiven Geschäften. Zwar gibt es ein Innenstadtentwicklungskonzept (ISEK), doch bislang ist es mehr Zukunftsversprechen als konkretes Handlungsprogramm und zeigt kaum spürbare Effekte im Hier und Jetzt.

Die Kommunale Initiative fordert: ein Leerstandsmanagement, das aktiv vermittelt und fördert. Einen runden Tisch mit Stadt, Eigentümern und Zivilgesellschaft. Und endlich den politischen Willen, die Stadt nicht nur zu verwalten, sondern zu gestalten. Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns unter der info@kommunale-initiative.de

Ihr Stadtrat Jürgen Zahn*) unbequem aus Verantwortung

ki-ab

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