Stadt Aschaffenburg ruft Klimanotstand aus

Stadt Aschaffenburg ruft Klimanotstand aus

Die Ausrufung des  Klimanotstands (Ki Antrag vom Mai 2019) wurde gestern (15.07.2020) im Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen. Hier unten die Rede des KI-Stadtrats Jürgen Zahn zu diesem Thema.

Wir sind hocherfreut, dass die Verwaltung mit ‚Hochdruck‘ an der Klimawende arbeitet und unser Antrag heute behandelt wird.

Die Klima-Erwärmung und ihre dramatischen, globalen Folgen werden uns täglich auf den Fernsehbildschirmen vor Augen geführt, das geht nicht selten bis an die Schmerzgrenze! Weltweit sind die Städte die größten Verursacher für die Erderwärmung. Sie stoßen über 80 Prozent der rund um den Globus emittierten Treibhausgase aus.
Ergo: Die Klimawende muss in den in den Städten beginnen, auch in Aschaffenburg!
Hier in unserer Stadt, vor unserer Haustür, scheinen die Folgen der Krise noch nicht so gravierend. Und doch: Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, für den sind die Probleme – oft hausgemacht – auch hier unübersehbar!
Beispiel 1:  In unseren Stadtwäldern sterben die Buchen. Unser Wald ist nicht mehr klimafest.
Beispiel 2: In AB werden immer wieder ökologisch sehr wertvolle Stadtbäume illegal gefällt und mit einem lächerlichen Ordnungsgeld geahndet. Trotz klimafreundlichem Getöne vom OB, CSU und SPD, haben diese unisono einen solchen Schutz bisher abgelehnt.
Aber auch die sozialen und christlichen können vom Saulus zum Paulus werden.
Erlauben Sie mir noch einen Blick auf die Großwetterlage. Bis dato war das Versprechen der Eltern an ihre Kinder: „Ihr werdet es besser haben als wir“. JETZT wird dieses Versprechen gebrochen.
Unsere Generation hinterlässt ihren Kindern und Enkeln nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen ökologischen Scherbenhaufen. Darauf kommt jetzt mit den Maßnahmen gegen die Corona-Krise noch ein monetärer Schuldenberg bisher ungekannten Ausmaßes.
Es ist das mindeste, dass wir – die Älteren – unseren Kindern und Enkeln zu Hilfe eilen und Schadensbegrenzung betreiben. Aufhalten lässt sich unter den gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten der Klimawandel nicht mehr. Und die notwendigen massiven Veränderungen übersteigen wohl unseren kommunalen Rahmen. Aber wir sind der Überzeugung, dass auch in diesem begrenzten Rahmen das Thema angegangen werden muss.
Es geht um Schadensbegrenzung. Es reicht nicht aus, den Klimawandel mit Worten als Tatsache anzuerkennen und damit vom Saulus zum Paulus zu werden.
Was zählt ist das konkrete und unverzügliche HANDELN!
Es kommt darauf an, was noch zu verhindern ist! Die nächsten 6 Jahre sind entscheidend. Die Ausrufung des Klimanotstandes in Aschaffenburg ist ein erster kleiner Schritt zum Startblock der Klimawende –  ein symbolischer Akt mit Signalwirkung.
Wir die KI und die anderen Gruppen im Aschaffenburger Klimabündnis sind sehr gespannt, welche Maßnahmen vom Klima-Saulus hier in Aschaffenburg konkret umgesetzt werden. Entsprechende Vorschläge liegen ausreichend vor.“