Wer in Aschaffenburg ein E-Auto fahren will, aber weder Garage noch privaten Stellplatz besitzt, stößt schnell an Grenzen. Genau daran zeigt sich, ob die Verkehrswende nur auf dem Papier stattfindet oder im wirklichen Leben der Menschen ankommt. Für viele Mieter: innen in dicht bebauten Vierteln ist das Laden eines Elektroautos bis heute kompliziert, teuer und mit unnötigem Aufwand verbunden. Wer keinen eigenen Anschluss hat, muss sich nach öffentlichen Ladepunkten richten, nach Zeitlimits, nach blockierten Säulen oder nach Standorten, die eben gerade nicht dort liegen, wo man wohnt. Das ist kein Randproblem, sondern eine soziale Schieflage. Klar ist: Ein privates Kabel über den Gehweg kann keine dauerhafte Lösung sein. Barrierefreiheit und Sicherheit gehen vor. Niemand soll wegen eines Ladekabels stolpern oder behindert werden. Aber ebenso klar ist: Mit dem Hinweis auf die Rechtslage allein ist das Problem nicht gelöst. Eine Stadt, die Klimaschutz ernst nimmt, muss auch dafür sorgen, dass Elektromobilität nicht zum Privileg von Eigenheimbesitzern wird.
Andere Kommunen zeigen längst, dass es bessere Wege gibt. Berlin baut das Laternenladen aus und nutzt bestehende Infrastruktur im Straßenraum. Köln erprobt Ladebordsteine, die platzsparend und städtebaulich deutlich verträglicher sind als zusätzliche Säulen. Das Entscheidende an diesen Beispielen ist nicht die technische Spielerei, sondern der politische Ansatz dahinter: Laden muss dort möglich sein, wo Menschen tatsächlich wohnen.
Für Aschaffenburg heißt das: Die Stadt braucht endlich ein Konzept, das den Alltag der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wie ist Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie uns unter der info@kommunale-initiative.de
Ihr Stadtrat Jürgen Zahn*) unbequem aus Verantwortung

Schreibe einen Kommentar