Unser Krankenhaus braucht Empathie und keinen toxischen Führungsstil

Unser Krankenhaus braucht Empathie und keinen toxischen Führungsstil

Seit Monaten berichten Insider aus dem Klinikum Aschaffenburg-Alzenau von einem zunehmend autoritären Führungsstil und einer Atmosphäre, die viele Beschäftigte als belastend empfinden. Ob diese Wahrnehmungen im Einzelnen zutreffen, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen. Doch schon die Häufung solcher Stimmen sollte die kommunalen Verantwortungsträger aufhorchen lassen. Ein kommunales Krankenhaus ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern eine hochkomplexe Expertenorganisation, in der Motivation, Vertrauen und interdisziplinäre Zusammenarbeit über Versorgungsqualität entscheiden.

Moderne Klinikführung setzt auf Empathie, Transparenz und Beteiligung. Führungskräfte müssen Orientierung geben, ohne abzuschotten oder einzuschüchtern; sie müssen entscheiden, ohne Angstkulturen zu erzeugen. Gerade in Zeiten massiver Reformen, personeller Engpässe und technologischer Umbrüche ist eine menschenzentrierte Führung kein „Soft Skill“, sondern ein entscheidender Faktor. Hohe Fluktuation, innere Kündigung oder krankheitsbedingte Ausfälle sind teurer als jede Investition in gute Führungskultur.

Wenn kommunale Träger zu Recht die medizinische Expertise und das Engagement der Mitarbeitenden hervorheben, müssen sie zugleich prüfen, ob die organisatorischen Rahmenbedingungen diese Leistung fördern oder behindern. Transparente Mitarbeiterbefragungen, externe Evaluationen der Führungskultur und offene Diskussionsformate wären ein erster Schritt. Wer ein kommunales Klinikum erhalten will, darf Führungsfragen nicht tabuisieren. Verantwortung bedeutet, auch unbequeme Fragen zu stellen – im Interesse der Beschäftigten, der Patientinnen und Patienten und letztlich der Steuerzahler. Die KI fordert deshalb:

1. Die amtierende Geschäftsführung hat versagt und muss abgelöst werden.

2. Die   derzeitige Organisation mit einem nach privatwirtschaftlichem Vorbild geschaffenen Aufsichtsrat sowie einer Verbandsversammlung ist gescheitert und muss abgelöst werden.

3. einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat

Was denken Sie darüber? Schreiben Sie uns unter der E-Mail info@kommunale-initiative.de.

Ihr Kümmerer und Stadtrat Jürgen Zahn*) unbequem aus Verantwortung

ki-ab

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