Der 9. November 1938 gehört zu den dunkelsten Kapiteln auch unserer Stadtgeschichte. In der sogenannten „Reichspogromnacht“ zerstörten die deutschen Faschisten – wie in vielen Orten – die Synagoge am heutigen Wolfsthalplatz und wüteten gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10.11.1938 waren das Fanal zum späteren Holocaust, der dann unter den Voraussetzungen des Zweiten Weltkrieges auf einzigartige Weise durchgeführt werden konnte. Jüdische Familien wurden zu Hunderttausenden entrechtet, vertrieben, ermordet. Was damals geschah, darf niemals vergessen werden!
Doch Aschaffenburg hat auch eine Geschichte des Widerstands. z. B. Peter Gingold, 1916 in der Steingasse geboren, vor 20 Jahren von uns gegangen, kämpfte er als jüdischer Kommunist gegen den Nationalsozialismus, später auch in der französischen Résistance. Sein Leben steht beispielhaft für Mut, Menschlichkeit und den unablässigen Appell, dass man Faschismus UND Krieg entgegentreten muss. Dazu kam er oft und gerne auch in die Heimatstadt seiner Kindheit.
„Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ Diese Mahnung ist heute erschreckend aktuell. Kriege werden weiter vorangetrieben. Rassistische Hetze grassiert – ob in ihrer antisemitischen, islamophoben oder allgemein fremdenfeindlichen Ausprägung. Auch in unserer Stadt müssen wir wachsam bleiben. Demokratie lebt nicht vom Wegschauen, sondern von couragiertem Engagement.
Die KI unterstützt deshalb die Kundgebung und Mahnwache des Bündnisses gegen Rechts Aschaffenburg-Miltenberg am Montag, 9. November 2026, um 17:30 Uhr an der Sandkirche/Sandtor. Nach einem Gedenkweg zum Geburtshaus von Peter Gingold in der Steingasse besteht die Möglichkeit zum Besuch des städtischen Gedenkens auf dem nahegelegenen Wolfsthalplatz.
Unser Aufruf: Kommen Sie und zeigen Sie Haltung! Helfen Sie, das Gedenken auf die Handlungsebene zu tragen! Wir sind verpflichtet zu aktiver Sorge, dass sich die Geschichte niemals wiederholt.
Jürgen Zahn, Stadtrat
*) unbequem aus Verantwortung

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