1. Mai: Erwartet wurden 50 – gekommen waren bis zu 100!

1. Mai: Erwartet wurden 50 – gekommen waren bis zu 100!

Kurzbericht zur gemeinsamen Straßenaktion am 1. Mai 2020

Unter dem Thema „Für Grundrechte und soziale Gerechtigkeit“ fand am 1. Mai 2020 ein Fahrrad-Corso mit Abschlusskundgebung auf dem Stiftsplatz in Aschaffenburg statt. Trotz erschwerender Auflagen zum Infektionsschutz – u.a. musste eine Anwesenheitsliste angelegt werden – trafen sich zwischen 80 bis 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei strömendem Regen um 11:00 Uhr und wurden nach einer Rundfahrt durch Aschaffenburg bei der Abschlusskundgebung mit Sonnenschein belohnt.

Zahlen und Fakten: In die Anwesenheitsliste haben sich 59 Menschen eingetragen. Rund 20 wollten dies nicht tun und begaben sich außerhalb der Absperrung auf dem Stiftsplatz. Von dort aus konnte die Veranstaltung auch als Passant*in beobachtet werden.

Die Veranstaltung war um 11:05 mit einer kurzen Einweisung in die auferlegten Einschränkungen vom Anmelder Johannes Büttner (KI) eröffnet worden.Hier wurden bereits 66 Zuhörer*innen gezählt.

Dann startete der Fahrrad-Corso durch die Innenstadt, der im Verlauf auf geschätzte 100 Radler*innen anwuchs.

Die Schlusskundgebung startete dann um ca. 11:45 wieder am Stiftsplatz. Auf der mit rot-weißem Flatterband eingegrenzten Fläche versammelten sich rund 80 Teilnehmer*innen, die Zuhörer*innen außerhalb der Absperrung nicht mitgezählt.

Für die Kommunale Initiative (KI) sprach Johannes Büttner zu den durch die Maßnahmen eingeschränkten Grundrechten und dem teils fehlenden Augenmaß bei den Sicherheitsbehörden.

Vom Klimabündnis (Brigitte Bert) kam der dringliche Hinweis, dass auch die Forderungen zur Eindämmung der Klimakrise und zum ökologischen Umbau zum 1. Mai gehören.

Reinhard Frankl (attac Aschaffenburg-Miltenberg) hob den Widerspruch zwischen den neuerlich erhöhten Rüstungsausgaben zu den gerade in der jetzigen Situation besonders hervortretenden finanziellen Mängel für Sachkosten und angemessene Bezahlung im Gesundheits- und Bildungsbereich hervor.

Die Forderung, endlich die griechischen Flüchtlingslager aufzulösen und die Menschen bei uns aufzunehmen, wurde von einer Vertreterin der „Seebrücke“ vorgetragen.

Der Redner der Interventionistischen Linke wagte einen Blick zurück zu den historischen Anfängen des 1. Mai und erinnerte an die maßgebliche Rolle von Kommunist*innen, Anarchist*innen und Sozialrevolutionär*innen. Er forderte den „Shutdown des Kapitalismus“ mit seiner immer aufs Neue krisenhaften Entwicklung. Vor allem ging es ihm darum zu verhindern, dass die immensen Kosten der aktuellen Krise wie bisher auf Lohnabhängige und Mittelschicht abgewälzt werden.

Die aufrufenden Organisationen waren mit Publikums-Zuspruch und Verlauf der ersten Straßenaktion nach dem pandemischen Lockdown voll zufrieden. Auch die Polizei hatte sich sehr kooperativ gezeigt. Nachdem dieses Jahr die vor den anstehenden Kosten des gesellschaftlichen Shutdown noch wahnsinniger erscheinenden militärischen Ausgabesteigerungen nicht einmal auf einem Oster­marsch skandalisie­rt werden konnten, meinte ein Redner: „Um so schöner, dass wir uns am 1. Mai die Straße wieder geholt haben.“

Redebeitrag Johannes Büttner (KI)

Erklärung der Interventionistischen Linken zum 1. Mai

Bericht auf 361Grad-Aschaffenburg

Redebeitrag Klimabündnis Aschaffenburg

Redebeitrag Attac (R. Frankl)

https://www.main-echo.de/mediathek/bilder/fahrraddemo-in-aschaffenburg;cme509780,5190435