Trotz einer sehr kurzen Mobilisierungsphase sind, wie Beobachter feststellten, etwa 120 bis 150 Menschen dem Aufruf zum Aschaffenburger Ostermarsch 2026 gefolgt – demnach etwa 10 Prozent mehr als im letzten Jahr. Insbesondere der Jugend-Anteil war sicht- und hörbar größer. Das ist sicherlich der heuer federführenden Veranstalterin DIE LINKE mit ihrer neu erstarkten Jugendorganisation zu verdanken. Aschaffenburg war damit eine von zwölf Ostermarsch-Städten Bayerns und einer von 120 Austragungsorten in der Republik. Die zwar schwach, aber immerhin doch gestiegene Teilnahmezahl liegt im bundesweiten Trend.
Den Aufruf unterstützt haben etwa die gleichen Organisationen wie die Jahre zuvor, mit dabei auch wieder die Kommunale Initiative (KI).
Für die Veranstalterin begrüßte Lateesha Halmen die Demonstrierenden mit der Forderung, nicht „kriegstüchtig, sondern friedenstüchtig“ zu werden.
Im Mittelpunkt aller Redebeiträge stand die Kritik an völkerrechtswidriger Gewalt, angefangen vom Angriffskrieg Russlands in der Ukraine über den verheerenden und von vielen als Völkermord kritisierten Gaza-Feldzug Israels bis hin zu den offen imperialistischen Aggressionen, zu denen die Trump-Administration übergegangen ist. Im Fokus stand ihr kürzlich gemeinsam mit der rechtsextremen Nethanyahu-Regierung begonnener Krieg gegen Iran.
Mit der Politik der Bundesregierung in Folge der so genannten Zeitenwende gingen die Redebeiträge scharf ins Gericht. „Wir wollen gute Bildung statt Wehrpflicht. Worte statt Waffen. Butter statt Kanonen“, so die Sprecherin der Seebrücke Aschaffenburg und Vorstandsmitglied der KI. Zum Diskurs über Sicherheit merkte sie an, diese bedeute für die Bürgerschaft, dass sie Miete, Energie und Lebensmittel bezahlen könne und die Rente ein Leben in Würde garantiere. Sicherheit bedeute eben nicht Hochrüstung und Kriegsvorbereitung. Diese träfe auch die Städte und Gemeinden, insbesondere mit Sicht auf ihre Kernaufgabe, die Vorhaltung der kommunalen Daseinsvorsorge.
Redebeiträge können auf www.attac-aschaffenburg.de nachgelesen und -gehört werden.
